Startseite > Über MEMIN > MEMIN-Einführung

MEMIN - Experimentelle Kraterbildung

Impaktkraterbildung ist ein fundamentaler Prozess im gesamten Sonnensystem. Ein Verständnis dieses Prozesses ist nur durch interdisziplinäre Forschung unter Einbeziehung natürlicher Krater, experimenteller Laborstudien und numerischer Simulationen zu erreichen.

tl_files/fotos/Logos/dfg_logo.gif

In diesem Zusammenhang wurde ein von der DFG finanziertes multidisziplinäres Netzwerk zur experimentellen und numerischen Impaktforschung (MEMIN- Forschergruppe) gegründet, in dem Geowissenschaftler, Physiker und Ingenieure gemeinsam arbeiten. Eine zentrale Rolle im MEMIN Programm spielt ein neuartiger zweistufiger Leichtgasbeschleuniger, der in der Lage ist, bislang nicht erreichbare Kratergrößen im Dezimeterbereich in Festgesteinen zu produzieren und damit detaillierte räumliche Analysen ermöglicht.

Ein experimentell erzeugter Impaktkrater in Sandstein
Ein experimentell erzeugter Impaktkrater in Sandstein

Die vorgeschlagenen Kraterexperimente beinhalten eine Parameterstudie zur Rolle von Porosität, Porenwasser, Lagenbau sowie der Impaktgeschwindigkeit auf die Kratermechanik, Stoßwellenmetamorphose und Projektilverteilung beim Einschlagprozess auf Sandstein. Das Arbeitsprogramm umfasst

(i) eine vollständige mineralogisch-petrophysikalische und mechanische Charakterisierung der Targetgesteine vor und nach den Impaktexperimenten, z.B. durch Verwendung neuartiger geophysikalischer Methoden zur mesoskaligen Tomographie und mikrostruktureller Analysen im Nanometerbereich,

(ii) eine umfassende Kontrolle der Einschlagexperimente mit neu entwickelten in situ Echtzeit Messungen von Rissausbreitung, Spannungen, Kraterwachstum, und Auswurfsdynamik sowie

(iii) die numerische Modellierung des gesamten Kraterbildungsprozesses.

MEMIN ist darauf ausgelegt, durch eine solide Datenbasis eine Validierung und Verbesserung von numerischen Kratermodellen zu erreichen, die eine Skalierung der mesoskaligen Beobachtungen auf reale Kratergrößen ermöglicht. MEMIN wird zu einem tiefgründigen Verständnis impaktinduzierter Schädigungen von Gestein beitragen, und damit das Wesen geophysikalischer Signaturen terrestrischer Impaktkrater beleuchten.